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Die maschinelle Estrichtrocknung


Frisch verlegter Estrich benötigt eine bestimmte Trockenzeit, die vom verwendeten Material abhängt.

Bei einem Zementestrich beispielsweise beträgt die Zeit, bis der Estrich betreten werden darf, normalerweise mindestens zwei bis drei Tage, die volle Belastbarkeit ist erst nach sieben Tagen gegeben. Die erforderliche Zeit zur Estrichtrocknung sollte unbedingt eingehalten werde.

Manchmal wird dennoch gewünscht, die Trocknung des Estrichs zu beschleunigen, wozu sich verschiedene Verfahren anbieten. Auch, wenn ein Wasserschaden zur Durchnässung des Estrichs geführt hat, wird man bestrebt sein, den Estrich möglichst schnell wieder zu trocknen, um bleibende Schäden am Fußboden zu vermeiden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedene Methoden, bei denen spezielle Trockengeräte zum Einsatz kommen.

 

Zwei Methoden zur Estrichtrocknung:

 

Ein Kondenstrockner oder Entfeuchter arbeitet mit einem Ventilator, der die feuchte Luft über ein Kühlelement hinweg leitet, wodurch die Temperatur der Luft sich absenkt. In der Folge kondensiert die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit, die gleichzeitig abgesaugt wird. Damit nimmt der Feuchtigkeitsgehalt deutlich ab, so dass sich der Trocknungsvorgang beschleunigt.

 

Am einfachsten ist der Trocknungsvorgang noch in Kellerräumen älterer Gebäude zu bewerkstelligen, da hier häufig die Kellersohle nicht gegen Feuchtigkeit abgedichtet ist. Somit kann auch keine eingedrungene Feuchtigkeit in Hohlräumen eingeschlossen sein und unbemerkten Schaden anrichten. Kondensationstrockner arbeiten meist mit einem Turbo-Gebläse, das im Unter- oder Unterdruckverfahren arbeitet und langfristige von Feuchtigkeit verursachte Gebäudeschäden vermeidet. Sie werden auch eingesetzt, um feuchte Dämmschichten und Hohlräume optimal zu trocknen und garantieren die für die Trocknung erforderliche Luftzirkulation. Die Estrichtrocknung durch Kondensationstrockner lässt sich zusätzlich beschleunigen, indem feuchte Stellen gezielt beheizt werden. Die Geräte haben aber den Nachteil, ziemlich laut zu sein und außerdem sehr viel Strom zu verbrauchen.

 

Schwieriger als im Keller ist die Trocknung des Fußbodens nach einem Wasserschaden im Wohnbereich. Lesen Sie auch: „Wie verhalte ich mich nach einem Wasserschaden?“ Da keine Luftzirkulation gegeben ist, kann die Feuchtigkeit aus dem Estrichbereich ohne technische Unterstützung nicht entweichen. Daher werden hier so genannte Adsorptionstrockner eingesetzt.

 

Ein Adsorptionstrockner wird zusammen mit einer Turbine angewendet, welche die getrocknete Luft über Schläuche in vorher hergestellte Bohrlöcher im Estrich befördert. Da die trockene Luft unter Druck durch die unter dem Estrich befindliche Dämmschicht gepresst wird, reichert sie sich mit der darin enthaltenen Feuchtigkeit an. Im Sockelleistenbereich werden Randfugenöffnungen hergestellt, durch die die feuchte Luft entweichen kann, um wieder vom Adsorptionstrockner aufgenommen und abgetrocknet zu werden. Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf.

 

Die Trocknung mit einem Adsorptionstrockner ist auch möglich, wo ein Bodenbelag auf dem Estrich befindlich ist. Ist eine Fußbodenheizung installiert, muss der Leitungsverlauf genau bekannt sein, damit durch Bohrungen kein Schaden angerichtet wird. Falls genaue Pläne fehlen, kann eine Thermografiekamera oder ein Infrarotgerät die Leitungen sichtbar machen.

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Hallo, mein Name ist Thomas Fieber. Ich bin der Webmaster dieser Seite und selbstständiger Fliesenlegermeister. Sie finden mich auch auf Thomas Fieber Google+
3 Kommentare
  1. Hallo Herr Fieber,
    ich habe gerade eine Fliesenleger Firma in meinem Haus, diese wollen heute den Estrich einbauen, dann einen üblichen Trockengerät aufstellen und am Donnerstag die Fliesen verlegen. Obwohl heute auch die Wände erst Verputzt wurden.
    Was raten Sie mir ?

    Gruß
    Heiko Schiffke

    • Hallo Heiko,
      es ist natürlich schwer das von hier aus zu entscheiden. Wenn ich eine kleine Estrichfläche zum Beispiel in einem Badezimmer habe, dann verlege ich die Fliesen auch ziemlich zeitnah. Es gibt aber auch Schnellestriche die ziemlich schnell belegt werden können, vielleicht werden diese ja bei Ihnen eingearbeitet? Bei einem Zementestrich oder Anhydritestrich auf größeren Flächen wie in einem Wohnzimmer sollte man schon die Trocknungszeit einhalten. Allerdings gibt es auch da alternative Möglichkeiten. Siehe hier http://www.schlueter.de/ditra_25-untergrunde.aspx
      MfG
      Mein Vorschlag: sprechen Sie doch mit dem Fliesenleger und halten Sie alles schriftlich fest.

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